Home > Blog > Aktivitäten > Experiment > Workshop mit Dr. Michael Grabner an der Universität für Bodenkultur Wien

Workshop mit Dr. Michael Grabner an der Universität für Bodenkultur Wien

Young Science – Wissenschaftsvermittler
Im Rahmen des Programms Young Science nahmen wir an einem Workshop mit Dr. Michael Grabner an der Universität für Bodenkultur in Wien teil. Im Mittelpunkt stand die spannende Forscherfrage:
„Was können uns Dachstühle über unser vergangenes Klima erzählen?“
Inhalte des Workshops
Zu Beginn wurde erläutert, dass Holz – insbesondere in alten Dachstühlen – eine wertvolle Informationsquelle über das Klima vergangener Jahrhunderte darstellt. Anhand von dendrochronologischen Untersuchungen (Analyse von Jahresringen) kann das Wachstum von Bäumen rekonstruiert und mit klimatischen Bedingungen in Verbindung gebracht werden.
Im Workshop wurden drei wichtige heimische Baumarten genauer betrachtet: Fichte, Buche, Eiche
Die Schülerinnen und Schüler lernten Unterschiede in der Holzdichte, der Struktur sowie in der Verwendung dieser Holzarten kennen. Während Fichtenholz häufig im Bau (z. B. Dachstühle) verwendet wird, ist Eichenholz besonders langlebig und wird für tragende Konstruktionen oder Möbel geschätzt. Buchenholz findet oft Verwendung im Innenbereich.
Praktische Arbeit
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der praktischen Untersuchung:
Aus einer Fichte wurde ein Bohrkern entnommen. Anhand dieses Probestücks konnten die Schülerinnen und Schüler die Jahresringe zählen und genau betrachten. Dabei wurde zwischen hellen und dunklen Ringen unterschieden:
Helle Ringe entstehen im Frühjahr und stehen für schnelles Wachstum.
Dunkle Ringe bilden sich später im Jahr und zeigen langsameres Wachstum.
Die Dicke der Jahresringe gibt Hinweise darauf, wie gut der Baum in einem bestimmten Jahr gewachsen ist. Dabei wurden verschiedene Einflussfaktoren besprochen:
Gute Wachstumsbedingungen: ausreichend Wasser, gemäßigte Temperaturen
Schlechte Wachstumsbedingungen: Trockenheit, Hitze oder andere Stressfaktoren
Wissenschaftliche Auswertung
Die gewonnenen Daten werden mit anderen Datensätzen verglichen. So können langfristige Entwicklungen sichtbar gemacht werden. Besonders deutlich wurde im Workshop, dass die Temperaturen seit der Mitte des 19. Jahrhunderts kontinuierlich ansteigen. Dieser Anstieg steht in engem Zusammenhang mit der Nutzung fossiler Brennstoffe.
Bedeutung für den Klimaschutz
Ein zentraler Aspekt des Workshops war die Frage, welche Maßnahmen wir selbst setzen können. Dabei wurde insbesondere die Rolle von Holz hervorgehoben:
Holz speichert große Mengen an CO₂.
Eine langfristige Nutzung von Holzprodukten (z. B. Dachstühle oder Möbel) ist daher besonders nachhaltig.
Alte Bauwerke zeigen, wie sinnvoll und langlebig Holz eingesetzt werden kann.
Der Workshop bot einen anschaulichen Einblick in die Verbindung von Naturwissenschaft, Geschichte und Klimaforschung. Die Schülerinnen und Schüler konnten nicht nur wissenschaftliche Methoden kennenlernen, sondern auch verstehen, welche Bedeutung nachhaltiges Handeln für die Zukunft hat. Besonders eindrucksvoll war die Erkenntnis, dass selbst jahrhundertealte Dachstühle wichtige Hinweise auf unser Klima liefern können. Ein herzliches Dankeschön an Herrn Dr. Grabner für den Einblick in die wissenschaftliche Arbeit.